Untersuchungsausschuss BER II: Der Andere ist schuld?

Parlament

Nach den Chefs Amann und Mehdorn waren diesmal deren Nachfolger Dr. Manfred Körtgen (Technikchef) und Prof. Schwarz (kaufmännischer Chef) geladen. Und wieder das Spiel zweier Alpha-Männchen, die alles dafür taten, dem jeweils anderen die Schuld zuzuweisen. Auch scheint es nicht üblich zu sein, dass die Leitungen miteinander kommunizieren. Bei dieser Paarung schien dies besonders ausgeprägt zu sei. So warf Körtgen Schwarz vor, ständig Planänderungen zu verlangen. Schwarz hingegen machte das umfangreiche Planänderungsmanagement Körtgens verantwortlich für die Verzögerungen. Eine gegenseitige Absprache scheint es nicht mal während der Baubesprechungen gegeben zu haben, da beide betonten, sie seien für ihren Bereich zuständig gewesen und hätten von der Materie des anderen keine Ahnung. 
Technikchef Körtgen zeigte nach wiederholter Rücksprache erhebliche Gedächtnislücken, was seine Befragung wenig ergiebig machte. Und der Herr Professor verstieg sich sogar in die Aussage, er habe von Mängeln nichts gewusst. Auf meinen Vorwurf, dass ein Flughafenchef über den Zustand seiner Baustelle Bescheid wissen müsste, erwiderte er, dass der technische Bereich von Herrn Körtgen geleitet wurde und der zwar ein netter Mensch, aber kein Manager sei. Zudem musste er ständig aufgefordert werden, die gestellten Fragen zu beantworten, da ihm die Einsicht fehlte, dass ein neuer Ausschuss sich ein eigenes Bild machen müsse, um zu fundierten Erkenntnissen zu kommen.
Das Wasserproblem in den Kabelschächten war beiden nach ihren Angaben nicht bekannt. Schwarz: „Herr Amann hat viel mit den Medien geredet, nicht mit mir.“ Da fehlen mir die Worte.
Fazit: Meine Aussage, dass dieser Untersuchungsausschuss keine neuen Erkenntnisse bringen wird außer Schuldzuweisungen, hat sich mal wieder bestätigt.
 

 
 
 

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