Berliner Stadtwerke - Was hat sich getan?

Wirtschaft

Am Montagnachmittag, im Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Betriebe im Berliner Abgeordnetenhaus, mussten die Verantwortlichen der Berliner Stadtwerke, Jörg Simon (Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe) und Andreas Irmer (Geschäftsführer der Berliner Stadtwerke GmbH), Rede und Antwort stehen, welche Fortschritte das Berliner Stadtwerk seit seiner Gründung gemacht hat.

Denn das Land Berlin hat sich Großes vorgenommen: Bis zum Jahr 2050 will es klimaneutral werden. Was das bedeutet? Es muss seinen Ausstoß an Treibhausgasen soweit verringern, dass dieser keine zusätzliche klimaschädigende Wirkung nach sich zieht.

Dazu muss Berlin bis 2050 seinen CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 85 % reduzieren. Bis 2010 wurden immerhin schon 27 % geschafft, sodass die CO2-Emissionen in diesen 20 Jahren von rund 30 Millionen Tonnen auf 21 Millionen Tonnen sanken. Im Jahr 2050 dürfen es nur noch 4,4 Millionen Tonnen sein.

Die Politik hat erkannt, dass mehr getan werden muss als abzuwarten. Es müssen konkrete, vom Land beeinflussbare Instrumente erschaffen werden, um unsere Klimaziele rechtzeitig zu erreichen. Dazu hat das Berliner Abgeordnetenhaus den Berliner Senat mit der Gründung eines integrierten Energiedienstleisters als rechtlich selbständige Tochtergesellschaft der Berliner Wasserbetriebe beauftragt. 2014 wurde dann das Berliner Stadtwerk gegründet.

Seine Aufgabe ist es, Möglichkeiten zur Erzeugung von erneuerbarem Strom auszubauen und Energie effizienter zu nutzen. Der Beschluss des Abgeordnetenhauses auch fest, dass die Berliner Stadtwerke ausschließlich erneuerbare Energien produzieren und am Berliner Markt vertreiben dürfe.

Langfristig hat das Land Berlin das Ziel, die Stromversorgung komplett aus erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Die Berliner Stadtwerke helfen, dieses Ziel zu erreichen.

Doch wie ist der aktuelle Stand?

Windstrom

Durch Windenenergie versorgen die Stadtwerke bereits heute über 24.000 Haushalte mit klimafreundlichem Strom. Bisher erreichen sie damit eine Kapazität von 17 Megawatt, geplant sind bis zu 50 Megawatt bis 2021.

Solarstrom

Aktuell sind insgesamt Verträge über 134 Solarstromanlagen erschlossen. Darunter sind 69 Mieterstromanlage, die sich über die ganze Stadt verteilen. Jede dieser Solarstromanlagen versorgt die Gebäude sowie die Verbraucherinnen und Verbraucher vor Ort und erhöht den Anteil an klimafreundlicher Energie im Berliner Netz.

Gerade die öffentlichen Liegenschaften Berlins stehen hier im Mittelpunkt ein gutes Vorbild für den Rest der Stadt zu sein. Energetische Sanierungen und die Nutzung von Dachflächen für Photovoltaikanlagen sollen bis 2021 umgesetzt sein, dazu gibt es bereits mit 8 von 12 Berliner Bezirken Pläne zur Begehung und Bewertung der Liegenschaften auf Eignung für Photovoltaik- und Blockheizkraftwerkanlagen.

 

Für die Verantwortlichen ist dabei wichtig, dass alles möglichst transparent geschieht. Daher gibt es sowohl einen Beirat, dessen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich aus allen Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses zusammensetzen als auch eine Bürgerbeteiligung, die Bürgerinnen und Bürger vor Ort an den kleinen und großen Veränderungen beteiligt.

Das spiegelt sich auch in der Anzahl der Kundinnen und Kunden wieder. Seit 2016 hat sich die Anzahl auf heute über 6.000 verdreifacht. Dabei bleiben die Preise stabil oder werden sogar reduziert. Ziel ist es, bis 2021 mehr als 100.000 Menschen vom Berliner Stadtwerk überzeugen zu können. Dahingehend ist man durchaus optimistisch, denn alle Rahmenbedingungen sind geschaffen.

Dennoch gibt es Kritik, die gerade von der CDU und dessen Mitglied im Beirat, Jürn Jakob Schultze-Berndt, im Wirtschaftsausschuss geäußert wurde. Die Werbekosten seien mit 800.000 Euro für unter anderem Außenwerbung zu hoch.

Jörg Stroedter, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD und Sprecher der Fraktion für Energie, Betriebe und Beteiligung hat dafür kein Verständnis:
„Die CDU-Fraktion hat mit der Enquete-Kommission 2014 bis 2015 gemeinsam mit uns den Grundstein für das Stadtwerk gelegt. Jetzt, in der neuen Oppositionsrolle, hat man das Gefühl sie wollen es um jeden Preis ins Negative ziehen. Das ist unglaubwürdig. Werbekosten sind für ein junges Unternehmen ganz normal und hier in einem absolut akzeptablen Rahmen. Die Erfolge des Stadtwerkes sprechen für sich.“

 
 

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